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Oracle Solaris 10 8/11 Installationshandbuch: Solaris Live Upgrade und Planung von Upgrades
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Dokument-Informationen

Vorwort

Teil I Ausführen eines Upgrades mit Solaris Live Upgrade

1.  Informationen zur Planung einer Solaris-Installation

2.  Solaris Live Upgrade (Übersicht)

Einführung in Solaris Live Upgrade

Solaris Live Upgrade-Vorgang

Erstellen einer Boot-Umgebung

Arten von Dateisystemen

Kopieren von Dateisystemen

Erstellen einer Boot-Umgebung mit RAID-1-Volume-Dateisystemen

So verwalten Sie Volumes mit Solaris Live Upgrade

Zuordnung zwischen Solaris Volume Manager-Vorgängen und Solaris Live Upgrade

Beispiele für die Erstellung von RAID-1-Volumes mit Solaris Live Upgrade

Ausführen eines Upgrades einer Boot-Umgebung

Auswirkungen der automatischen Registrierung auf Live Upgrade

Aktivieren einer Boot-Umgebung

Zurückgreifen auf die ursprüngliche Boot-Umgebung

Verwalten einer Boot-Umgebung

3.  Solaris Live Upgrade (Planung)

4.  Erstellen einer Boot-Umgebung mit Solaris Live Upgrade (Vorgehen)

5.  Ausführen eines Upgrades mit Solaris Live Upgrade (Vorgehen)

6.  Wiederherstellen nach Fehler: Zurückgreifen auf die ursprüngliche Boot-Umgebung (Vorgehen)

7.  Verwalten von Solaris Live Upgrade-Boot-Umgebungen (Vorgehen)

8.  Aktualisieren des Betriebssystems Oracle Solaris auf einem System mit bereits installierten nicht-globalen Zonen

9.  Solaris Live Upgrade (Beispiele)

10.  Solaris Live Upgrade (Befehlsreferenz)

Teil II Aktualisieren eines ZFS-Root-Pools bzw. Migrieren auf einen ZFS-Root-Pool mithilfe von Solaris Live Upgrade

11.  Solaris Live Upgrade und ZFS (Überblick)

12.  Solaris Live Upgrade für ZFS (Planung)

13.  Erstellen einer Boot-Umgebung für ZFS-Root-Pools

14.  Solaris Live Upgrade für ZFS mit installierten nicht-globalen Zonen

Teil III Anhänge

A.  Fehlerbehebung (Vorgehen)

B.  Zusätzliche SVR4-Packaging-Anforderungen (Referenz)

C.  Verwenden des Patch Analyzers beim Durchführen von Upgrades (Vorgehen)

Glossar

Index

Solaris Live Upgrade-Vorgang

Die folgende Übersicht zeigt die zum Erstellen einer Kopie der aktuellen Boot-Umgebung, zum Aktualisieren der Kopie und zum Umschalten der aktuellen Kopie als neue aktive Boot-Umgebung erforderlichen Schritte. Auch das Zurückgreifen (Fallback) auf die ursprüngliche Boot-Umgebung wird dargestellt. Abbildung 2-1 beschreibt diesen vollständigen Solaris Live Upgrade-Vorgang.

Abbildung 2-1 Solaris Live Upgrade-Vorgang

image:Das Schaubild wird im Kontext erläutert.

In den folgenden Abschnitten wird der Solaris Live Upgrade-Vorgang dargestellt.

  1. Auf einem physischen Bereich oder einem logischen Volume kann eine neue Boot-Umgebung erstellt werden:

  2. Ausführen eines Upgrades einer Boot-Umgebung

  3. Aktivieren einer Boot-Umgebung

  4. Zurückgreifen auf die ursprüngliche Boot-Umgebung

Erstellen einer Boot-Umgebung

Das Erstellen einer Boot-Umgebung bietet eine Möglichkeit, kritische Dateisysteme von der aktiven Boot-Umgebung in eine neue Boot-Umgebung zu kopieren. Die Festplatte wird bei Bedarf umorganisiert, die Dateisysteme werden angepasst und die kritischen Dateisysteme in die neue Boot-Umgebung kopiert.

Arten von Dateisystemen

Solaris Live Upgrade unterscheidet zwei Arten von Dateisystemen: kritische und gemeinsam nutzbare Dateisysteme. In der folgenden Tabelle sehen Sie eine Beschreibung dieser beiden Dateisystemtypen.

Dateisystemtyp
Beschreibung
Beispiele und weitere Informationen
Kritische Dateisysteme
Kritische Dateisysteme sind für das Betriebssystem Oracle Solaris unbedingt erforderlich. Diese Dateisysteme sind separate Einhängepunkte in der vfstab der aktiven sowie der inaktiven Boot-Umgebung. Diese Dateisysteme werden immer von der Quelle in die inaktive Boot-Umgebung kopiert. Kritische Dateisysteme werden manchmal auch als nicht gemeinsam nutzbar bezeichnet.
Beispiele sind root (/) /usr, /var oder /opt.
Gemeinsam nutzbare Dateisysteme
Zur gemeinsamen Nutzung freigegebene Dateisysteme sind benutzerdefinierte Dateien wie /export, die in der Datei vfstab der aktiven und inaktiven Boot-Umgebung denselben Einhängepunkt enthalten. Eine Aktualisierung der gemeinsam genutzten Dateien in der aktiven Boot-Umgebung bewirkt daher gleichzeitig auch eine Aktualisierung der Daten in der inaktiven Boot-Umgebung. Wenn Sie eine neue Boot-Umgebung erstellen, werden gemeinsam nutzbare Dateisysteme standardmäßig zur gemeinsamen Nutzung freigegeben. Sie können jedoch einen Zielbereich angeben, und dann werden die Dateisysteme kopiert.
/export ist ein Beispiel für ein gemeinsam nutzbares Dateisystem.

Nähere Informationen zu gemeinsam nutzbaren Dateisystemen finden Sie unter Richtlinien zum Auswählen von Bereichen für gemeinsam nutzbare Dateisysteme.

Swap
  • Bei UFS-Dateisystemen ist der Swap-Bereich ein spezielles, gemeinsam nutzbares Volume. Wie andere gemeinsam genutzte Dateisysteme werden alle Swap-Bereiche standardmäßig zur gemeinsamen Nutzung freigegeben. Wenn Sie jedoch ein Zielverzeichnis für Swap angeben, wird der Swap-Bereich kopiert.
  • Bei ZFS-Dateisystemen werden der Swap-Bereich und der Bereich für Speicherabzüge innerhalb des Pools gemeinsam genutzt.

Erstellen von RAID-1-Volumes auf Dateisystemen

Solaris Live Upgrade kann eine Boot-Umgebung mit RAID-1-Volumes (Mirrors) auf Dateisystemen erstellen. Einen Überblick hierzu finden Sie unter Erstellen einer Boot-Umgebung mit RAID-1-Volume-Dateisystemen.

Kopieren von Dateisystemen

Beim Erstellen einer neuen Boot-Umgebung identifizieren Sie zunächst einen nicht benutzten Bereich, in den die kritischen Dateisysteme kopiert werden können. Wenn kein Bereich verfügbar ist oder kein Bereich den Mindestanforderungen entspricht, müssen Sie einen neuen Bereich formatieren.

Nach der Definition des Bereichs können Sie die Dateisysteme in der neuen Boot-Umgebung rekonfigurieren, bevor die Dateisysteme in die Verzeichnisse kopiert werden. Dazu teilen Sie die Dateisysteme und führen Sie zusammen. Dies ist eine einfache Möglichkeit zum Bearbeiten der Datei vfstab und zum Anbinden bzw. Abtrennen von Dateisystemverzeichnissen. Sie können Dateisysteme in ihre übergeordneten Verzeichnisse zusammenführen, indem Sie denselben Einhängepunkt angeben. Ebenso können Sie Dateisysteme von ihren übergeordneten Verzeichnissen trennen, indem Sie unterschiedliche Einhängepunkte angeben.

Nachdem Sie in der inaktiven Boot-Umgebung Dateisysteme konfiguriert haben, starten Sie den automatischen Kopiervorgang. Kritische Dateisysteme werden in die festgelegten Verzeichnisse kopiert. Gemeinsam verwendbare Dateisysteme werden nicht kopiert, sondern zur gemeinsamen Nutzung freigegeben. Sie können allerdings gezielt bestimmen, dass einige gemeinsam nutzbare Dateisysteme trotzdem kopiert werden. Beim Kopieren der Dateisysteme von der aktiven in die inaktive Boot-Umgebung werden die Dateien in die neuen Verzeichnisse gestellt. Die aktive Boot-Umgebung wird in keiner Weise geändert.

Anweisungen zum Aufteilen und Zusammenführen von Dateisystemen finden Sie in:
Eine Übersicht zum Erstellen einer Boot-Umgebung mit RAID–1-Volume-Dateisystemen
Beispiele für die Erstellung einer neuen Boot-Umgebung

In den folgenden Abbildungen sind verschiedene Methoden zum Erstellen neuer Boot-Umgebungen für UFS-Dateisysteme dargestellt.

Für ZFS-Dateisysteme finden Sie entsprechende Informationen in Kapitel 11Solaris Live Upgrade und ZFS (Überblick).

Abbildung 2-2 zeigt, dass der kritische Dateisystem-Root (/) von einem Bereich einer Festplatte auf eine andere kopiert wurde, um eine neue Boot-Umgebung zu schaffen. Die aktive Boot-Umgebung enthält das Root-Dateisystem (/) auf einem Bereich. Die neue Boot-Umgebung stellt eine exakte Kopie des Root-Dateisystems dar, wobei sich Root (/) in einem neuen Bereich befindet. Das Volume /swap und das Dateisystem /export/home werden von der aktiven und der inaktiven Boot-Umgebung gemeinsam genutzt.

Abbildung 2-2 Erstellen einer inaktiven Boot-Umgebung – Kopieren des Root-Dateisystems (/)

image:Das Schaubild wird im Kontext erläutert.

Abbildung 2-3 zeigt kritische Dateisysteme, die geteilt und zum Erstellen einer neuen Boot-Umgebung in einen anderen Bereich einer Festplatte kopiert wurden. Die aktive Boot-Umgebung enthält das Root-Dateisystem (/) in einem Bereich. In diesem Bereich enthält das Root-Dateisystem (/) die Verzeichnisse /usr, /var und /opt. In der neuen Boot-Umgebung wird das Root-Dateisystem (/) aufgeteilt und /usr und /opt werden in getrennte Bereiche gestellt. Das Volume /swap und das Dateisystem /export/home werden von beiden Boot-Umgebungen gemeinsam genutzt.

Abbildung 2-3 Erstellen einer inaktiven Boot-Umgebung – Aufteilen von Dateisystemen

image:Das Schaubild wird im Kontext erläutert.

Abbildung 2-4 zeigt kritische Dateisysteme, die zusammengeführt und zum Erstellen einer neuen Boot-Umgebung in einen anderen Bereich einer Festplatte kopiert wurden. Die aktive Boot-Umgebung enthält das Root-Dateisystem (/), /usr, /var und /opt in je einem eigenen Bereich. In der neuen Boot-Umgebung werden /usr und /opt in Root (/) in einem Bereich zusammengeführt. Das Volume /swap und das Dateisystem /export/home werden von beiden Boot-Umgebungen gemeinsam genutzt.

Abbildung 2-4 Erstellen einer inaktiven Boot-Umgebung – Zusammenführen von Dateisystemen

image:Das Schaubild wird im Kontext erläutert.

Erstellen einer Boot-Umgebung mit RAID-1-Volume-Dateisystemen

Die in Solaris Live Upgrade verwendete Solaris Volume Manager-Technologie ermöglicht die Erstellung von Boot-Umgebungen, die in RAID-1-Volumes verschachtelte Dateisysteme enthalten können. Solaris Volume Manager bietet einen leistungsfähigen Ansatz zur zuverlässigen Verwaltung Ihrer Festplatten und Daten: den Einsatz von Volumes. Solaris Volume Manager ermöglicht Verkettungen (Concatenations), Striping und andere komplexe Konfigurationen. Solaris Live Upgrade bietet einen Teil dieser Funktionen an, so z. B. das Erstellen eines RAID-1-Volumes für das Root-Dateisystem (/).

Ein Volume kann Festplattenbereiche auf mehreren Festplatten so zusammenfassen, dass es gegenüber dem BS als eine einzige Festplatte erscheint. Die Möglichkeiten von Solaris Live Upgrade sind darauf beschränkt, eine Boot-Umgebung für das Root-Dateisystem (/) zu erstellen, die Verkettungen aus einzelnen Bereichen in einem RAID-1-Volume (Mirror) enthält. Diese Beschränkung liegt darin begründet, dass das Boot-PROM lediglich einen Bereich für den Bootvorgang auswählen kann.

So verwalten Sie Volumes mit Solaris Live Upgrade

Bei der Erstellung einer Boot-Umgebung können Sie mit Solaris Live Upgrade die folgenden Aufgaben durchführen und verwalten.

Zum Erstellen von Mirrors und zum Anhängen bzw. Entfernen von Submirrors für die neue Boot-Umgebung verwenden Sie den Befehl lucreate mit der Option -m.


Hinweis - Wenn auf dem aktuellen System VxVM-Volumes konfiguriert sind, kann mit dem Befehl lucreate eine neue Boot-Umgebung erstellt werden. Wenn die Daten in die neue Boot-Umgebung kopiert werden, geht die Veritas-Dateisystemkonfiguration verloren und in der neuen Boot-Umgebung wird ein UFS-Dateisystem angelegt.


Anleitungsschritte finden Sie unter
Einen Überblick zum Erstellen von RAID-1-Volumes bei der Installation finden Sie in
Ausführliche Informationen zu anderen komplexen Solaris Volume Manager-Konfigurationen, die bei der Verwendung von Solaris Live Upgrade nicht unterstützt werden, finden Sie unter

Zuordnung zwischen Solaris Volume Manager-Vorgängen und Solaris Live Upgrade

Solaris Live Upgrade beherrscht einen Teil der Solaris Volume Manager-Vorgänge. Tabelle 2-1 zeigt die Solaris Volume Manager-Komponenten, die Solaris Live Upgrade verwalten kann.

Tabelle 2-1 Volume-Klassen

Begriff
Beschreibung
Verkettung
Ein RAID-0-Volume. Bei der Verkettung von Bereichen werden Daten so lange in den ersten verfügbaren Bereich geschrieben, bis dieser voll ist. Sobald ein Bereich voll ist, werden die Daten in den jeweils folgenden Bereich geschrieben. Verkettungen bieten keine Datenredundanz, es sei denn, sie sind Bestandteil eines Mirrors.
Mirror
Ein RAID-1-Volume. Siehe RAID-1-Volume.
RAID-1-Volume
Eine Volume-Art, bei der Daten durch die Vorhaltung mehrerer Kopien repliziert werden. RAID-1-Volumes werden manchmal auch Mirrors genannt. Ein RAID-1-Volume besteht aus einem oder mehreren RAID-0-Volumes; diese werden Submirrors genannt.
RAID-0-Volume
Eine Volumenart, bei der es sich um einen Streifen (Stripe) oder eine Verkettung handeln kann. Diese Komponenten werden auch Submirrors genannt. Ein Stripe oder eine Verkettung stellt den Grundbaustein für einen Mirror dar.
Statusdatenbank
Eine Statusdatenbank oder State Database speichert Informationen zum Status Ihrer Solaris Volume Manager-Konfiguration auf einer Festplatte ab. Die State Database ist eine Sammlung aus mehreren replizierten Kopien der Datenbank. Jede dieser Kopien wird als Statusdatenbankreplikation oder State Database Replica bezeichnet. Die Statusdatenbank überwacht und speichert Angaben zu Speicherort und Status aller bekannten Statusdatenbankreplikationen.
State Database Replica
Eine Kopie einer Statusdatenbank. Die Replica garantiert die Integrität der Datenbankdaten.
Submirror
Siehe RAID-0-Volume.
Volume
Eine Gruppe physischer Bereiche oder anderer Volumes, die im System als ein einziges logisches Gerät erscheinen. Aus der Sicht einer Anwendung oder eines Dateisystems sind Volumes, was ihre Funktionsweise angeht, mit einer physischen Festplatte identisch. In manchen Befehlszeilen-Dienstprogrammen werden Volumes auch Metageräte genannt.

Beispiele für die Erstellung von RAID-1-Volumes mit Solaris Live Upgrade

In den folgenden Beispielen sehen Sie die Befehlssyntax für das Erstellen von RAID-1-Volumes für eine neue Boot-Umgebung.

Erstellen eines RAID-1-Volumes auf zwei physischen Festplatten

Abbildung 2-5 zeigt eine neue Boot-Umgebung mit einem RAID-1-Volume (Mirror), der auf zwei physischen Festplatten erstellt wurde. Der folgende Befehl erstellt die neue Boot-Umgebung sowie den Mirror.

# lucreate -n second_disk -m /:/dev/md/dsk/d30:mirror,ufs \ -m /:/dev/dsk/c0t1d0s0,/dev/md/dsk/d31:attach -m /:/dev/dsk/c0t2d0s0,/dev/md/dsk/d32:attach \ -m -:/dev/dsk/c0t1d0s1:swap -m -:/dev/dsk/c0t2d0s1:swap

Dieser Befehl führt folgende Schritte aus:

Abbildung 2-5 Erstellen einer Boot-Umgebung und eines Mirrors

image:Das Schaubild wird im Kontext erläutert.
Erstellen einer Boot-Umgebung unter Verwendung des vorhandenen Submirrors

Abbildung 2-6 zeigt eine neue Boot-Umgebung, die einen RAID-1-Volume (Mirror) enthält. Der folgende Befehl erstellt die neue Boot-Umgebung sowie den Mirror.

# lucreate -n second_disk -m /:/dev/md/dsk/d20:ufs,mirror \ -m /:/dev/dsk/c0t1d0s0:detach,attach,preserve

Dieser Befehl führt folgende Schritte aus:

Abbildung 2-6 Erstellen einer Boot-Umgebung unter Verwendung des vorhandenen Submirrors

image:Die Darstellung bietet den Kontext.

Ausführen eines Upgrades einer Boot-Umgebung

Eine bereits erstellte neue Boot-Umgebung kann aktualisiert werden. Als Teil dieses Upgrades kann die Boot-Umgebung RAID-1-Volumes (Mirrors) für beliebige Dateisysteme enthalten. Oder in der Boot-Umgebung sind bereits nicht-globale Zonen installiert. Die Dateien in der aktiven Boot-Umgebung bleiben von dem Upgrade völlig unberührt. Wenn Sie bereit sind, aktivieren Sie die neue Boot-Umgebung, die dann zur aktuellen Boot-Umgebung wird.


Hinweis - Ab Oracle Solaris 10 9/10 wirkt sich die automatische Registrierung auf den Upgrade-Vorgang aus. Siehe Auswirkungen der automatischen Registrierung auf Live Upgrade.


Anweisungen zum Upgrade einer Boot-Umgebung für UFS-Dateisysteme
Ein Beispiel zum Upgrade·einer Boot-Umgebung mit einem RAID–1-Volume-Dateisystem (für UFS-Dateisysteme)
Anweisungen zum Durchführen eines Upgrades mit nicht-globalen Zonen (für UFS-Dateisysteme)
Upgrade von ZFS-Dateisystemen bzw. Migrieren auf ein ZFS-Dateisystem

Abbildung 2-7 zeigt ein Upgrade auf eine inaktive Boot-Umgebung.

Abbildung 2-7 Ausführen eines Upgrades einer inaktiven Boot-Umgebung

image:Das Schaubild wird im Kontext erläutert.

Anstatt ein Upgrade auszuführen, können Sie auch ein Solaris Flash-Archiv in der Boot-Umgebung installieren. Die Installationsfunktion Solaris Flash bietet die Möglichkeit, eine Referenzinstallation des Betriebssystems Oracle Solaris auf einem System zu erstellen. Dieses System wird Mastersystem genannt. Diese Installation kann dann auf verschiedenen Systemen, den Klonsystemen, repliziert werden. In dieser Situation ist die inaktive Boot-Umgebung ein Klon. Wenn Sie ein Solaris Flash-Archiv auf einem System installieren, ersetzt das Archiv wie bei einer Neuinstallation alle Dateien in der vorhandenen Boot-Umgebung.

Anweisungen zur Installation eines Solaris Flash-Archivs finden Sie unter Installation des Solaris Flash-Archivs in einer Boot-Umgebung.

Die folgenden Abbildungen zeigen eine Installation eines Solaris Flash-Archivs in einer inaktiven Boot-Umgebung. Abbildung 2-8 zeigt ein System mit einer einzelnen Festplatte. Abbildung 2-9 zeigt ein System mit zwei Festplatten.

Abbildung 2-8 Installation eines Solaris Flash-Archivs auf einer einzelnen Festplatte

image:Das Schaubild wird im Kontext erläutert.

Abbildung 2-9 Installation eines Solaris Flash-Archivs auf zwei Festplatten

image:Das Schaubild wird im Kontext erläutert.

Auswirkungen der automatischen Registrierung auf Live Upgrade

Ab Oracle Solaris 10 9/10 wirkt sich die automatische Registrierung auf den Upgrade-Vorgang aus.

Was ist die automatische Registrierung?

Wenn Sie ein System installieren oder aufrüsten, werden beim Neustart Konfigurationsdaten des Systems automatisch über die vorhandene Service-Tag-Technologie an das Oracle-Produktregistrierungssystem weitergeleitet. Diese Service-Tag-Daten über Ihr System helfen Oracle beispielsweise bei der Verbesserung von Kunden-Support und -Service. Sie können dieselben Konfigurationsdaten zum Erstellen und Verwalten Ihres eigenen Systeminventars verwenden.

Einführende Informationen zur automatischen Registrierung finden Sie unter Oracle Solaris 10 9/10: Neuerungen bei der Installation in Oracle Solaris 10 8/11 Installationshandbuch: Planung von Installationen und Upgrades.

Wann wirkt sich die automatische Registrierung auf Live Upgrade aus?

Die automatische Registrierung ändert keine Live Upgrade-Vorgänge, es sei denn, Sie führen ein System-Upgrade von einer Vorgängerversion auf Oracle Solaris 10 9/10 oder eine neuere Version durch.

Die automatische Registrierung ändert keine der folgenden Live Upgrade-Vorgänge.

Nur wenn Sie ein System-Upgrade von einer früheren Version auf Oracle Solaris 10 9/10 oder eine neuere Version ausführen, müssen Sie eine Konfigurationsdatei für die automatische Registrierung erstellen. Wenn Sie dann das System-Upgrade durchführen, müssen Sie die Option -k im Befehl luupgrade -u verwenden, wobei ein Verweis auf diese Konfigurationsdatei erfolgen muss. Lesen Sie dazu die folgenden Anweisungen.

Bereitstellen der Informationen für die automatische Registrierung während eines Upgrades

Nur wenn Sie ein System-Upgrade von einer früheren Version auf Oracle Solaris 10 9/10 oder eine neuere Version ausführen, gehen Sie wie folgt vor, um die für die automatische Registrierung erforderlichen Informationen während des Upgrades bereitzustellen.

  1. Erstellen Sie mit einem Texteditor eine Konfigurationsdatei, die Ihre Support-Berechtigungsnachweise und (optional) Ihre Proxy-Informationen enthält.

    Diese Datei hat das Format einer Liste von Schlüsselwort-Wert-Paaren. Schreiben Sie folgende Schlüsselwörter und Werte im angegebenen Format in die Datei.

    http_proxy=Proxy-Server-Host-Name
    http_proxy_port=Proxy-Server-Port-Number
    http_proxy_user=HTTP-Proxy-User-Name
    http_proxy_pw=HTTP-Proxy-Password
    oracle_user=My-Oracle-Support-User-Name
    oracle_pw=My-Oracle-Support-Password

    Hinweis - Befolgen Sie dabei die Formatierungsregeln.

    • Die Passwörter müssen in reinem, unverschlüsseltem Text in der Datei stehen.

    • Die Reihenfolge der Schlüsselwörter ist beliebig.

    • Schlüsselwörter können vollständig ausgelassen werden, wenn Sie keinen Wert dafür angeben möchten. Sie können jedoch auch das Schlüsselwort beibehalten und den Wert dafür leer lassen.


      Hinweis - Wenn Sie die Support-Berechtigungsnachweise auslassen, erfolgt eine anonyme Registrierung.


    • Leerzeichen in der Konfigurationsdatei haben keine Auswirkung, es sei denn, der Wert, den Sie eingeben möchten, enthält ein Leerzeichen. Nur die Werte für http_proxy_user und http_proxy_pw können innerhalb des Wertes ein Leerzeichen enthalten.

    • Der Wert für oracle_pw darf kein Leerzeichen enthalten.


    Siehe das folgende Beispiel.

    http_proxy= webcache.central.example.COM
    http_proxy_port=8080
    http_proxy_user=webuser
    http_proxy_pw=secret1
    oracle_user=joe.smith@example.com
    oracle_pw=csdfl2442IJS
  2. Speichern Sie die Datei.
  3. Führen Sie den Befehl luupgrade -u -k /path/filename und gegebenenfalls andere standardmäßigen Optionen des Befehls luupgrade für das jeweilige Upgrade aus.

Deaktivieren der automatischen Registrierung während eines Upgrades

  1. Erstellen und überprüfen Sie den weiter oben beschriebenen Inhalt der Konfigurationsdatei. Wenn Sie die automatische Registrierung deaktivieren möchten, sollte die Konfigurationsdatei nur die folgende Zeile enthalten:
    autoreg=disable
  2. Speichern Sie die Datei.
  3. Führen Sie den Befehl luupgrade -u -k /path/filename und gegebenenfalls andere standardmäßigen Optionen des Befehls luupgrade für das jeweilige Upgrade aus.
  4. Optional: Stellen Sie, wenn das Live Upgrade abgeschlossen ist und das System neu gestartet wird, wie folgt sicher, dass die Funktion der automatischen Registrierung deaktiviert ist.
    # regadm status
        Solaris Auto-Registration is currently disabled

Aktivieren einer Boot-Umgebung

Wenn Sie zum Umstieg bereit sind und die neue Boot-Umgebung aktivieren möchten, aktivieren Sie einfach schnell die neue Boot-Umgebung und starten das System dann neu. Beim ersten Booten einer neu erstellten Boot-Umgebung werden die Dateien der verschiedenen Boot-Umgebungen synchronisiert. “Synchronisieren” bedeutet hier, dass bestimmte Systemdateien und Verzeichnisse aus der zuletzt aktiven Boot-Umgebung in die Boot-Umgebung kopiert werden, die gebootet wird. Bei einem Neustart des Systems wird die Konfiguration, die Sie in der neuen Boot-Umgebung installiert haben, aktiv. Die ursprüngliche Boot-Umgebung wird zu einer inaktiven Boot-Umgebung.

Anweisungen zum Aktivieren einer Boot-Umgebung finden Sie in
Informationen zum Synchronisieren der aktiven mit der inaktiven Boot-Umgebung finden Sie unter

Abbildung 2-10 zeigt einen Wechsel nach dem erneuten Booten von einer inaktiven zu einer aktiven Boot-Umgebung.

Abbildung 2-10 Aktivieren einer inaktiven Boot-Umgebung

image:Das Schaubild wird im Kontext erläutert.

Zurückgreifen auf die ursprüngliche Boot-Umgebung

Sollte ein Fehler auftreten, können Sie rasch auf die ursprüngliche Boot-Umgebung zurückgreifen, indem Sie sie aktivieren und dann das System neu booten. Das Zurückgreifen auf die ursprüngliche Boot-Umgebung dauert nur so lange wie der Neustart des Systems, ist also viel schneller als das Sichern und Wiederherstellen der ursprünglichen Boot-Umgebung. Die nicht gebootete neue Boot-Umgebung wird beibehalten. Der Fehler kann dann analysiert werden. Sie können immer nur auf die Boot-Umgebung zurückgreifen, die von luactivate zum Aktivieren der neuen Boot-Umgebung verwendet wurde.

Sie haben folgende Möglichkeiten, auf die vorherige Boot-Umgebung zurückzugreifen:

Problem
Aktion
Die neue Boot-Umgebung bootet erfolgreich, Sie sind aber mit den Ergebnissen nicht zufrieden
Führen Sie den Befehl luactivate mit dem Namen der vorherigen Boot-Umgebung aus und starten Sie das System neu.

x86 nur - Ab Solaris 10 1/06 können Sie auf die ursprüngliche, im GRUB-Menü aufgeführte Boot-Umgebung zurückgreifen. Die ursprüngliche sowie die neue Boot-Umgebung müssen beide mit der GRUB-Software erstellt worden sein. Durch das Booten vom GRUB-Menü werden die Dateien der alten und neuen Boot-Umgebung nicht miteinander synchronisiert. Weitere Informationen zum Synchronisieren von Dateien finden Sie unter Erzwingen der Synchronisierung zwischen Boot-Umgebungen.


Die neue Boot-Umgebung bootet nicht
Booten Sie die Fallback-Boot-Umgebung im Einzelbenutzermodus, führen Sie den Befehl luactivate aus und starten Sie das System neu.
Es kann nicht im Einzelbenutzermodus gebootet werden
Führen Sie einen der folgenden Schritte durch:
  • Booten Sie von DVD, CD oder einem Netzwerk-Installationsabbild.

  • Hängen Sie in der Fallback-Boot-Umgebung das Root-Dateisystem (/) ein.

  • Führen Sie den Befehl luactivate aus und starten Sie das System neu.

Anweisungen zum Durchführen eines Fallback finden Sie in Kapitel 6Wiederherstellen nach Fehler: Zurückgreifen auf die ursprüngliche Boot-Umgebung (Vorgehen) .

Abbildung 2-11 zeigt den Wechsel, der beim erneuten Booten für ein Zurückgreifen durchgeführt wird.

Abbildung 2-11 Zurückgreifen auf die ursprüngliche Boot-Umgebung

image:Das Schaubild wird im Kontext erläutert.

Verwalten einer Boot-Umgebung

Sie können darüber hinaus verschiedene Verwaltungsaufgaben ausführen, wie beispielsweise den Status einer Boot-Umgebung prüfen, sie umbenennen oder löschen. Wartungsanweisungen finden Sie in Kapitel 7Verwalten von Solaris Live Upgrade-Boot-Umgebungen (Vorgehen).