Smart Driver generieren Geldmittelprognosen direkt aus Transaktionsdaten, einschließlich Kunden- und Lieferantentransaktionen, sowie aus Zahlungsinformationen, die in Oracle Fusion Cloud ERP verfügbar sind. Sie nutzen detaillierte Echtzeit-Finanzdaten, um eine Bottom-up-Ansicht der erwarteten Cashflows zu erstellen.
Smart Driver sind besonders nützlich für kurzfristige Geldmittelprognosen, da sie auf Transaktionsdaten basieren, die in Oracle Cloud ERP erfasst werden, anstatt auf allgemeinen Annahmen oder historischen Mustern. Durch die Nutzung aktueller Daten aus dem ERP-System verbessern Smart Driver die Genauigkeit und Zuverlässigkeit, erhöhen die Transparenz der täglichen und wöchentlichen Liquiditätslage und unterstützen Treasury- und Finanzteams dabei, schnellere und fundiertere Entscheidungen zu treffen.
Primäre Datenquellen
Primäre Datenquellen für Smart Driver umfassen:
- Oracle Fusion Cloud ERP Receivables - Geldmittelprognosen werden mindestens durch die Fälligkeitstermine der Rechnungsraten bestimmt und für eine Periode als Debitorenrechnung und Überfällige Debitorenrechnung aggregiert. Die Prognoseperiode kann auch durch andere Datumsangaben als das Fälligkeitsdatum gesteuert werden, wie Zusagedatum oder erwartetes Einzugsdatum. Wenn verfügbar, wird die folgende Hierarchie berücksichtigt: Zusagedatum, gefolgt vom erwarteten Einzugsdatum, gefolgt vom Fälligkeitsdatum der Rechnung.
Darüber hinaus stehen Kundenzahlungen, die im ERP-System erfasst werden, für die Prognose zur Verfügung. Diese Zahlungen werden in der Regel als Istwerte in der Prognose erfasst, können jedoch auch Vorauszahlungen für zukünftige Perioden umfassen.
- Oracle Fusion Cloud ERP Receivables - Geldmittelprognosen werden hauptsächlich durch die Fälligkeitstermine der Rechnungsraten bestimmt und für eine Periode als Kreditorenrechnungen und Überfällige Kreditorenrechnungen aggregiert. Das Timing für Kreditorenrechnungen kann auch durch verfügbare Skontodaten beeinflusst werden. Für überfällige Kreditorenrechnungen wird das aktuelle Systemdatum als Prognosedatum verwendet.
Darüber hinaus werden im ERP-System erfasste Lieferantenzahlungen in die Prognose integriert. Lieferantenzahlungen werden in der Regel als Istwerte in der Prognose erfasst, können jedoch auch Vorauszahlungen für zukünftige Perioden enthalten.
- Oracle Fusion Cloud ERP Cash Management - Cash-Inflows und Cash-Outflows, die direkt in Oracle Fusion Cloud ERP Cash Management erfasst werden, werden nach Transaktionsdatum über eine bestimmte Periode aggregiert und der Kategorie Finanzierungs-Cashflow im Raster für rollierende Prognosen zugeordnet. Diese Transaktionen stellen tatsächliche Bankaktivitäten dar, die nicht in Nebenbüchern wie Kreditoren oder Debitoren erfasst sind.
Die Einbeziehung dieser externen Transaktionen aus Cash Management in die Prognose bietet einen umfassenderen Überblick über die Cashflowbewegungen und verbessert die Genauigkeit der Cashflowprojektionen.
Für Positionen, die mit der Smart Driver-Methode prognostiziert werden, können Sie von Predictive Cash Forecasting aus einen Drillthrough zu den in Oracle ERP Cloud gespeicherten aggregierten Daten durchführen. Dadurch ist eine tiefergehende Analyse der Daten möglich. Sie können die Drillthrough-Daten auch in Excel exportieren. Weitere Informationen finden Sie unter Drillthrough zu Quelldaten ausführen in der Dokumentation Mit Predictive Cash Forecasting arbeiten.
Best Practices
Die operative Bereitschaft von Unternehmen, für Geldmittelprognosen über relevante Daten in ihrer aktuellen und vollständigen Form zu verfügen, ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Oracle empfiehlt, dass Unternehmen die Abfolge manueller und automatisierter Prozesse identifizieren, mit denen Daten in den Cloud ERP-Anwendungen erstellt, aktualisiert oder verarbeitet werden, um die Lebenszyklusereignisse der zugrunde liegenden Geschäftseinheiten abzuschließen, die sich auf Geldmittel auswirken. Die Orchestrierung von Prozessen, mit denen Rechnungen erstellt sowie Zahlungen getätigt und empfangen werden, muss strategisch geplant sein, damit eine Eingabe in Predictive Cash Forecasting möglich ist. Beispiel: Importprozesse für den Import von Rechnungen oder Kontoauszügen müssen rechtzeitig geplant werden, damit Daten für die Aufnahme in Geldmittelprognosen bereitstehen.
Nachfolgend finden Sie die prozessbezogenen Empfehlungen für Cloud-ERP-Quellen, um die Ergebnisse von Geldmittelprognosen zu verbessern:
- Banksalden und externe Geldmitteltransaktionen
- Ein regelmäßiger automatischer Import von Kontoauszügen ist erforderlich, damit aktuelle Banksalden für die Geldmittelprognose zur Verfügung stehen. Die Verwaltung historischer Auszüge hilft auch dabei, den letzten bekannten Endsaldo abzurufen, wenn keine Echtzeitsalden verfügbar sind. Beachten Sie, dass eine Geldmittelprognose anhand der letzten verfügbaren Salden dazu führen kann, dass die Prognose veraltet und ungenau ist.
- Stellen Sie sicher, dass alle externen Transaktionen eindeutig identifiziert und gemäß ihrer spezifischen Art klassifiziert werden. Ein praktischer Ansatz besteht darin, für jede Transaktionskategorie eindeutige Transaktionstypen zu definieren. Dadurch kann der Cashmanager Transaktionsdetails effizient analysieren und tiefergehend prüfen.
- Stimmen Sie Kontoauszüge unverzüglich nach deren Verfügbarkeit ab, um die in der Anwendung erfassten Kontoauszüge und Bankguthaben zu verknüpfen. Das trägt zudem dazu bei, dass die Endsalden in der Geldmittelprognose mit den in den Büchern ausgewiesenen Banksalden übereinstimmen.
- Debitorenrechnungen und Zahlungseingänge
- Automatisierte Prozesse für Fakturierung und Zahlungseingänge erhöhen die Verfügbarkeit von Forderungstransaktionen sowie von historischen, tatsächlich eingegangenen Kundenzahlungen für Prognosezwecke.
- Nicht fakturierte Rechnungen sind nicht in der Prognose enthalten und müssen als fakturierte und den Kunden vorgelegte Rechnungen zur Verfügung gestellt werden.
- Ein automatisierter und regelbasierter Zahlungszuordnungsprozess wird empfohlen, um die Anzahl der nicht zugeordneten, nicht identifizierten Zahlungseingänge und falschen Zuordnungen zu reduzieren, die zu einer erneuten Zuordnung oder zu Rückbuchungen führen.
- Diese häufige erneute Fakturierung, Aufhebung der Zuordnung von Transaktionen zu Zahlungseingängen und entsprechende erneute Zuordnung sowie Rückbuchung von Zahlungseingängen führt aufgrund der Änderungen zu einer variierenden und ungenauen Liquiditätslage.
- Ein gut orchestrierter Inkassoprozess stellt sicher, dass überfällige Transaktionen identifiziert und durch die Erfassung von Zusagen und erwarteten Inkassoterminen bearbeitet werden.
- Kreditorenrechnungen und Zahlungen
- Durch automatisierte Fakturierungs- und Abgleichsprozesse wird sichergestellt, dass validierte, genehmigte und zahlungsbereite Rechnungen verfügbar sind, um Cash-Outflows genau zu prognostizieren.
- Ein optimierter Prozess zur Verwaltung von Rechnungssperren führt zu bereinigten Rechnungen ohne Sperren für genaue Geldmittelprognosen.
- Ordnen Sie Ihren Lieferanten einen geeigneten Lieferantentyp zu, um eine effiziente Drilldown-Analyse und Kreditorenklassifizierung zu ermöglichen.
- Geschäftsprozesse für Vorauszahlungen, die Generierung von Einbehaltungsrechnungen und die Zahlungsrechnung müssen wie Lieferantenrechnungen orchestriert werden.
- Zahlungsprozesse für manuelle und automatisierte Batchprozesse müssen gut orchestriert werden, um die Verfügbarkeit historischer Zahlungsdatensätze für Geldmittelprognosen sicherzustellen.
- Wenden Sie Vorauszahlungen so bald wie möglich auf die entsprechenden Standardrechnungen an, um ausstehende Vorauszahlungen zu vermeiden.