Solaris 9 Installationshandbuch

Installation von Solaris Flash-Archiven in Boot-Umgebungen

In diesem Abschnitt wird beschrieben, wie Sie mit Solaris Live Upgrade Solaris Flash-Archive installieren können, die auf folgenden Medien gespeichert sind:


Hinweis -

Beispiele für die korrekte Syntax für Pfade, die Archivspeicherorte angeben, finden Sie in archive_location-Schlüsselwort.


Beim Installieren eines Solaris Flash-Archivs werden alle Dateien in der neuen Boot-Umgebung überschrieben, mit Ausnahme der gemeinsam genutzten Dateien.

Wenn Sie die Installationsfunktion Solaris Flash verwenden wollen, müssen Sie das Master-System installiert und das Solaris Flash-Archiv bereits erstellt haben. Weitere Informationen zu Solaris Flash finden Sie unter Kapitel 16.

Ausführen eines Upgrades mit Metageräten und Volumes

Wenn Sie in einer neuen Boot-Umgebung ein Upgrade ausführen oder ein Solaris Flash-Archiv installieren wollen, muss es sich bei dem Gerät um ein physisches Slice handeln. Bei einer Boot-Umgebung mit einem Dateisystem, das in einem Solaris Volume Manager-Metagerät oder einem Veritas-Dateisystem-Volume (VxFS) eingehängt ist, schlägt das Upgrade bzw. die Installation eines Archivs fehl. Wenn Sie in einer solchen Boot-Umgebung ein Upgrade ausführen oder ein Archiv installieren wollen, müssen Sie die Boot-Umgebung von Hand so ändern, dass es sich bei allen Slices um physische Festplatten-Slices handelt. Sie können zum Beispiel mit dem Befehl lucreate eine andere Boot-Umgebung erstellen oder Sie können die Metageräte bzw. Volumes entfernen.

Wenn Sie mit dem Befehl lucreate eine Kopie der Boot-Umgebung erstellen wollen, stellen Sie die Kopie auf physische Festplatten-Slices. Angenommen, die aktuelle Boot-Umgebung weist die folgende Festplattenkonfiguration auf:

Root (/)

Eingehängt in /dev/md/dsk/d10 

/usr

Eingehängt in /dev/md/dsk/d20 

/var

Eingehängt in /dev/dsk/c0t3d0s0 

Freies Slice 

c0t4d0s0 

Freies Slice 

c0t4d0s3 

Freies Slice 

c0t4d0s4 

In diesem Fall können Sie mit dem folgenden lucreate-Befehl die Boot-Umgebung in physische Festplatten-Slices kopieren. Danach können Sie in der Boot-Umgebung ein Upgrade ausführen oder ein Archiv installieren. In diesem Beispiel heißt die aktuelle Boot-Umgebung ‟aktuelleBU“ und die neue Boot-Umgebung ‟neueBU“.


# lucreate -s aktuelleBU -n neueBU -m /:/dev/dsk/c0t4d0s0:ufs \
-m /usr:/dev/dsk/c0t4d0s3:ufs -m /var:/dev/dsk/c0t4d0s4:ufs

Danach können Sie in der neuen Boot-Umgebung ein Upgrade ausführen oder ein Archiv installieren, die neue Boot-Umgebung aktivieren und dann von Hand erneut spiegeln oder verkapseln.

Wenn Sie die Metageräte bzw. Volumes von Hand entfernen wollen, müssen Sie folgendermaßen vorgehen:

Danach können Sie in der Boot-Umgebung ein Upgrade ausführen oder ein Archiv installieren.

So installieren Sie ein Solaris Flash-Archiv in einer Boot-Umgebung (zeichenorientierte Schnittstelle)

  1. Wählen Sie ‟Flash“ im Solaris Live Upgrade-Hauptmenü.

    Das Menü ‟Flash an Inactive Boot Environment“ wird angezeigt.

  2. Geben Sie den Namen der Boot-Umgebung, in der Sie das Solaris Flash-Archiv installieren wollen, und den Speicherort der Installationsmedien ein:


    Name of Boot Environment: solaris_9
    Package media: /net/install-svr/export/s9/latest
    
  3. Drücken Sie F1, um ein Archiv hinzuzufügen.

    Im Untermenü ‟Archive Selection“ wird eine leere Liste, der Name eines Archivs oder eine Liste mit mehreren Archiven angezeigt.

    Sie können Archive zu der Liste hinzufügen und daraus entfernen. Das folgende Beispiel zeigt eine leere Liste.


    Location            - Retrieval Method
    <No Archives added> - Select ADD to add archives
    • Wenn Sie die Archive in der Liste unverändert installieren wollen, fahren Sie mit Schritt 4 fort.

    • Wenn die Solaris Flash-Archivliste leer ist oder ein Archiv enthält, das nicht installiert werden soll, fahren Sie mit Schritt a fort.

    1. Sie können Archive hinzufügen und entfernen.

      • Drücken Sie F1, um ein Archiv zur Liste hinzuzufügen. Fahren Sie mit Schritt b fort.

        Das Untermenü ‟Select Retrieval Method“ wird angezeigt.


        HTTP
        NFS
        Local File
        Local Tape
        Local Device
      • Drücken Sie F2, um ein Archiv aus der Liste zu entfernen. Fahren Sie mit Schritt e fort.

    2. Im Menü für die Auswahl der Abrufmethode wählen Sie das Verzeichnis des Solaris Flash-Archivs.

      Gewähltes Medium 

      Eingabeaufforderung 

      HTTP 

      Geben Sie die zum Zugriff auf das Solaris Flash-Archiv erforderlichen URL- und Proxy-Informationen an. 

      NFS 

      Geben Sie den Pfad zu dem entfernten Dateisystem an, in dem sich das Solaris Flash-Archiv befindet. Sie können auch den Dateinamen des Archivs angeben. 

      Local file 

      Bitte geben Sie den Pfad zu dem lokalen Dateisystem an, in dem sich das Solaris Flash-Archiv befindet. 

      Local tape 

      Bitte geben Sie das lokale Bandlaufwerk und die Speicherposition des Solaris Flash-Archivs auf dem Band an. 

      Local device 

      Bitte geben Sie das lokale Gerät, den Pfad zum Solaris Flash-Archiv und die Art des Dateisystems an, in dem sich das Solaris Flash-Archiv befindet.  

      Ein Abrufuntermenü wie im folgenden Beispiel wird angezeigt. Der Inhalt hängt vom ausgewählten Medium ab.


      NFS Location: 
    3. Geben Sie den Pfad zum Archiv wie im folgenden Beispiel ein.


      NFS Location: host:/path/to archive.flar
      
    4. Drücken Sie F3, um das Archiv zur Liste hinzuzufügen.

    5. Sobald die Liste die zu installierenden Archive enthält, schließen Sie den Bildschirm mit F6.

  4. Für die Installation von einem oder mehreren Archiven drücken Sie F3.

    Das Solaris Flash-Archiv wird in der Boot-Umgebung installiert. Alle Dateien in der Boot-Umgebung werden überschrieben, mit Ausnahme der gemeinsam genutzten Dateien.

    Die Boot-Umgebung kann jetzt aktiviert werden. Siehe hierzu So aktivieren Sie eine Boot-Umgebung (zeichenorientierte Schnittstelle).

So installieren Sie ein Solaris Flash-Archiv in einer Boot-Umgebung (Befehlszeilenschnittstelle)

  1. Melden Sie sich als Superuser an.

  2. Geben Sie Folgendes ein:


    # luupgrade -f -n BU-Name -s BS-Abbildpfad -a Archiv
    

    -f

    Gibt an, dass ein Betriebssystem aus einem Solaris Flash-Archiv installiert wird. 

    -n BU-Name

    Gibt den Namen der Boot-Umgebung an, die mittels eines Archivs installiert werden soll. 

    -s BS-Abbildpfad

    Gibt den Pfadnamen eines Verzeichnisses an, das ein Abbild des Betriebssystems enthält. Hierbei kann es sich um ein Verzeichnis auf einem Installationsmedium wie einer DVD-ROM oder CD-ROM oder um ein NFS- bzw. UFS-Verzeichnis handeln. 

    -a Archiv

    Der Pfad zum Solaris Flash-Archiv, sofern das Archiv im lokalen Dateisystem zur Verfügung steht. Die mit den Optionen -s und -a angegebenen Versionen des Betriebssystemabbilds müssen identisch sein.


    Beispiel 33-6 Installation von Solaris Flash-Archiven in einer Boot-Umgebung (Befehlszeilenschnittstelle)

    In diesem Beispiel wird ein Archiv in der Boot-Umgebung second_disk installiert. Das Archiv befindet sich auf dem lokalen System. Bei beiden mit den Optionen -s und -a angegebenen Betriebssystemversionen handelt es sich um Solaris 9-Releases. Alle Dateien in second_disk werden überschrieben, mit Ausnahme der gemeinsam nutzbaren Dateien.


    # luupgrade -f -n second_disk \
    -s /net/installmachine/export/solaris9/OS_image \
    -a /net/server/archive/solaris9 
    

    Die Boot-Umgebung kann jetzt aktiviert werden.


So installieren Sie ein Solaris Flash-Archiv mithilfe eines Profils (Befehlszeilenschnittstelle)

Im Folgenden werden die einzelnen Schritte der Installation eines Solaris Flash-Archivs mithilfe eines Profils erläutert.

Wenn Sie Sprachumgebungen zum Profil hinzugefügt haben, vergewissern Sie sich bitte, dass die erzeugte Boot-Umgebung über genügend Festplattenspeicher verfügt.

  1. Melden Sie sich als Superuser an.

  2. Erstellen Sie ein Profil.

    Eine Liste der für Solaris Live Upgrade-Profile gültigen Schlüsselwörter finden Sie in Tabelle 33–2.

  3. Geben Sie Folgendes ein:


    # luupgrade -f -n BU-Name -s BS-Abbildpfad -j Profilpfad
    

    -f

    Gibt an, dass ein Betriebssystem aus einem Solaris Flash-Archiv installiert wird. 

    -n BU-Name

    Gibt den Namen der Boot-Umgebung an, die aktualisiert werden soll. 

    -s BS-Abbildpfad

    Gibt den Pfadnamen eines Verzeichnisses an, das ein Abbild des Betriebssystems enthält. Hierbei kann es sich um ein Verzeichnis auf einem Installationsmedium wie einer DVD-ROM oder CD-ROM oder um ein NFS- bzw. UFS-Verzeichnis handeln. 

    -j Profilpfad

    Der Pfad zu einem Profil, das für eine Flash-Installation konfiguriert ist. Das Profil muss sich in einem Verzeichnis auf dem lokalen System befinden.  

    Die Boot-Umgebung kann jetzt aktiviert werden.


    Beispiel 33-7 Upgrade von Boot-Umgebungen mithilfe von Profilen (Befehlszeilenschnittstelle)

    In diesem Beispiel wird ein Archiv in der Boot-Umgebung second_disk installiert. Der Zugriff auf das Profil erfolgt über die Option -j. Die Boot-Umgebung kann dann aktiviert werden. Zur Erstellung von Profilen siehe So erstellen Sie ein Profil für Solaris Live Upgrade.


    # luupgrade -f -n second_disk \
    -s /net/installmachine/export/solarisX/OS_image \
    -j /var/tmp/profile 
    

So installieren Sie ein Solaris Flash-Archiv mithilfe eines Profilschlüsselworts (Befehlszeilenschnittstelle)

Anhand dieses Verfahrens können Sie ein Solaris Flash-Archiv installieren, indem Sie in der Befehlszeile das Schlüsselwort archive_location angeben, anstatt eine Profildatei zu verwenden. Archive lassen sich auch ohne Profildatei schnell abrufen.

  1. Melden Sie sich als Superuser an.

  2. Geben Sie Folgendes ein:


    # luupgrade -f -n BU-Name -s BS-Abbildpfad -J 'Profil'
    

    -f

    Gibt an, dass das Betriebssystemupgrade von einem Solaris Flash-Archiv aus erfolgen soll. 

    -n BU-Name

    Gibt den Namen der Boot-Umgebung an, die aktualisiert werden soll. 

    -s BS-Abbildpfad

    Gibt den Pfadnamen eines Verzeichnisses an, das ein Abbild des Betriebssystems enthält. Hierbei kann es sich um ein Verzeichnis auf einem Installationsmedium wie einer DVD-ROM oder CD-ROM oder um ein NFS- bzw. UFS-Verzeichnis handeln. 

    -J 'Profil'

    Gibt das Schlüsselwort archive_location an. Die gültigen Schlüsselwortwerte sind unter archive_location-Schlüsselwort aufgeführt.

    Die Boot-Umgebung kann jetzt aktiviert werden.


    Beispiel 33-8 Installation von Solaris Flash-Archiven mithilfe von Profilen (Befehlszeilenschnittstelle)

    In diesem Beispiel wird ein Archiv in der Boot-Umgebung second_disk installiert. Die Option -J und das Schlüsselwort archive_location dienen zum Abrufen des Archivs. Alle Dateien in second_disk werden überschrieben, mit Ausnahme der gemeinsam nutzbaren Dateien.


    # luupgrade -f -n second_disk \
    -s /net/installmachine/export/solarisX/OS_image \
    -J 'archive_location http://example.com/myflash.flar'